27 Juli 2024

Tag 79/115 Geographisch richtiges Nordkap

 Zum Glück habe ich diese Episode mit Erbrechen und Durchfall gut überstanden! Das Frühstück blieb dort wo es hingehört und hatte kein Retour Ticket gelöst! Auch die Beine waren wieder voll funktionsfähig. Baltus kam mit seinem 40 Jahre alten VW Bus pünktlich zum Hotel und wir fuhren zum Nordkap Parkplatz und holten Manuel ab um etwas weiter unterhalb parkieren und losmarschieren konnten, es waren ca 7,5 Km zu bewältigen viel auf Steinplatten und auch zum Teil etwas feuchter Erde. Wir drei schwatzten den ganzen Weg über dies und das, es war richtig toll mit diesen beiden unterwegs zu sein. Glücklich kamen wir am nördlichsten Punkt Europas an und setzten uns so nahe ans Meer wie es ging. Als wir so dasassen, hörten wir plötzlich ein Geräusch vom Meer! Und tatsächlich es waren Wale am auftauchen. Über eine Stunde staunten wir vor uns hin und wenn uns nicht alles täuschte, waren auch mal Delphine zu sehen. Wir mussten aber auch wieder zurück marschieren und dazu noch etwas Höhenmeter hochgehen. Der Wetterbericht meldete auch etwas Regen, doch wir kamen trockenen Hauptes zurück zum Parkplatz. Der Wetterbericht sollte recht behalten, denn es schlug schnell um und ein kurzer starker Regen ging nieder. Es waren noch einige Wanderer unterwegs, und diese werden wohl nass geworden sein. Einige auch mit wenig tauglicher Ausrüstung. Manuel brachten wir zurück aufs Plateau wo er nochmals wild Kampieren möchte und Baltus brachte mich nach Honningsvåg zum Hotel zurück. Baltus lud ich zu einem Bier ein, er war auch froh, bei mir duschen zu können und wir blieben im Restaurant noch lange sitzen, denn es gab ein Thema nach dem anderen! Das ist auch eines meiner positiven Fazits: so viele junge tolle Menschen habe ich getroffen! Nichts schöneres als das, denn oft wird ja gerade die Jugend so schlecht geredet! Von Griechenland bis hier ans Nordkap habe ich durchwegs positive Begegnungen gehabt! 

Nun morgen steht noch die letzte Etappe zum Ziel an: Ans Nordkap, wo die Kugel steht! 


25 Juli 2024

Tag 79/114 Havøysund - Honningsvåg

 Der Wecker klingelte und der Countdown zur Abreise begann. Zusammen packen und Frühstücken um sicher 8.30 am Hafen zu sein. Bald hörte ich das Tuten der Fähre, jedoch war’s die, die Richtung Süden fährt. Hier in Havøysund kreuzen sich also die Fähren. Die Fähre war ein sehr modernes Teil, beeindruckend wie leise sie ist und wie der Warenumschlag von statten geht. Nach Süden wollte niemand einsteigen. Kurt nach ablegen der Fähre war auch schon das Schiff nach Norden am kommen. Alles sehr professionell und mit Touristen, die die Reise länger machen. So könnte es dann auch auf einem grösseren Kahn zu und her gehen. Viele Rentner aus Frankreich waren an Bord. Je länger ich an Bord war, desto übler wurde mir und ich musste mich erbrechen! Das am 114 Tag! Mir ging’s mies. Leider hatte ich ein Ei gegessen, das schon länger im Rucksack war! In Honningsvåg angekommen, suchte ich gleich das Hotel auf, wo man aber erst um 15 Uhr einchecken kann. Ich musste etwas warten und gleich überkam es mir wieder. Und das auf die Strasse. Ja und so bekam ich das Zimmer schon um 11 Uhr! Hier lag ich den ganzen Nachmittag und ging nur zum Einkaufen und Abendessen nach draussen. Üble Geschichte würde Maloni sagen. Deshalb mache ich hier auch Schluss!


Tag 79/114 10vor10

 


24 Juli 2024

Tag 79/113 Olderfjord - Havøysund

 In der Nacht kühlte es deutlich ab und der Wind drehte auf Nordwest. Somit war klar, was mich heute erwarten kann. Auf den Tip von Schweizer hatte ich ja das Ziel nach Havøysund verlegt, damit ich mir die beiden Tunnel sparen kann, dafür dann die Hurtigruten als Überbrückung nach Honningsvåg morgen nehme. Bis zur Abzweigung ging’s mal flott voran, dann führte der Weg nach Westen und der Wind bliess so stark, dass der Tacho schnell mal unter 10Km/h viel. Ich rechnete kurz aus was dies für 89 Km bedeuten könnte, zumal noch drei Anstiege ebenfalls dazu kommen. Und auf dem gesamten Weg keine Möglichkeit in eine warme Stube zu sitzen. Mein innerer Teufel meldete sich zu Wort: Dreh doch um, das schaffst du nicht, warum hast du auf diese Schweizer gehört usw. Als ich realisierte, dass dies mein altes Thema ist, weiss ich den Teufel in die Schranken und besann mich auf das Geleistete in den vergangenen 78 Tagen auf dem Velo. Und siehe da, der Teufel hörte auf zu jammern und mich piesacken. Es gab immer wieder Momente, die die Kilometer purzeln liessen und mich optimistisch stimmten. Gegen Mittag hatte ich auch schon 35 Km in den Pedalen und sorgte für Kaloriennachschub. Auf WhatsApp gratulierte ich meiner Schwester zum Geburtstag, lass die Nachricht von Manuel, dass er nun doch direkt nach Honningsvåg radelt, Schade, wäre schön gewesen den Abend zu verbringen. Am Nachmittag ging’s erst an den Fjorde entlang doch der Aufstieg auf 230 Meter kam auch bald. Gegenwind und Steigung bedeutet schieben! Das ging dann flott, vor allem die Abfahrt hinterher. Der Verkehr war schwach, einige Automobile begegneten mir zwei Mal, da der Ort nicht viel hergibt und bei diesem Wetter auch keine Ah‘s oder Oh‘s über die Natur. Zwei wilde Rentierherden sorgten für Abwechslung. Gegen 16.30 sah ich das Ziel vor Augen und fand schnell meine Unterkunft. Am Schluss begann es zu regnen, somit waren die Kleider von zwei Seiten nass. Zum Glück ist die kleine Wohnung geheizt, so dass alles trocknen kann. Einkaufen im COOP, und Abendessen im Ort. Danach die Üblichen Routinen und dann ab ins Bett! 

89,1Km;  1068 Hm; 14,2


Km/h

Tag 79/113 10vor10


 

23 Juli 2024

Tag 78/112 Alta - Olderfjord

 Schon schön, wieder verwöhnt zu werden! Nach der gestrigen langen Tour, musste mich der Wecker aus dem Bett klingeln. Und Freddy war schon am Frühstück vorbereiten. Bauch voll, Rucksack voll, es konnte wieder losgehen, etwas später als sonst, aber da die Tour kürzer war, kein Problem, so dachte ich! Schon um neun Uhr spürte man die Wärme. Im letzten Laden deckte ich mich nochmals mit Getränk ein. Der Aufstieg aufs Hochplateau hatte es in sich, nach der Slowakei war schieben wieder mal angesagt. Oben auf dem Plateau gabs ein Souvenierladen und ich wollte nochmals ein Getränk kaufen. Es gab aber nichts, doch die Inhaberin schenkte mir eine grosse angebrochene Cola! Wieder mal die Herzengüte von Menschen erlebt. Immer wieder ass ich eine Kleinigkeit und so kam ich gut über die Anstiege. Sobald es flacher wurde, half der Rückenwind zu einer anständigem Tempo. Irgendwo sah ich einen roten VW-Bus mit SG kennzeichnen. Ich hielt an und kam mit Baltus, einem jungen sympathischen Mann ins Gespräch. Er wollte heute die Mitternachtsonne am Nordkap sehen. Ich erzählte ihm von meinem Plan, und von der Möglichkeit an das geographische richtige Nordkap wandern zu können. Und wir machten gleich Nägel mit Köpfen, tauschten unsere Handynummern aus und wollen in Kontakt bleiben! Weiter ging’s bei mir über das Hochplateau mit relativ viel Verkehr, aber gut zu meistern. Wenige Radler kamen mir entgegen, ein kurzes Winken und vorbei waren sie. An einem Rastplatz begegnete ich einem marokkanischen Paar, das am Kochen war und ich gleich wieder im Gespräch war. Die letzten 10 Kilometer gingen flott ans Meer und meinen Zielort Olderfjord. Da das Restaurant um neun zumacht ass ich als erstes und kam mit weiteren Schweizern ins Gespräch. Alle drei radeln morgen nicht nach Honningsvåg, sondern nach Havøysund, von wo sie dann die Hurtigruten nach Honningsvåg nehmen um den 7 Km Tunnel umgehen zu können. Das ist doch eine Ansage! Also morgen Planänderung! Mit Manuel kam ich noch weiter ins Gespräch und er möchte auch die Wanderung machen. Ich klärte es gleich mit Baltus und das geht ok! Der Plan bei mir sieht nun so aus: morgen Havøysund, Donnerstag nach Honningsvåg, Freitag Wanderung und Samstag mit dem Velo ans Nordkap! Donnerstag soll es etwas Regnen, Freitags Besserung und Samstag wieder Sonne! 

115,2 Km; 1204 Hm; 18,0 Km/h


Tag 5 Olderdalen - Tromsø

 Heute Nationalfeiertag und mein letzte grössere Tour! Heute komme ich in Tromsø an und werde morgen Freitag doch noch einiges zu tun haben....